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Herkunft und Verhaltensweisen:
Das Meerschweinchen stammt ursprünglich aus Südamerika. Sein
Verbreitungsgebiet liegt vor allem in den Hochebenen und Buschsteppen
der Anden, bis zur Höhe von 4200 Metern. Meerschweinchen leben in
großen Gruppenverbänden, die bis zu 20 Tiere umfassen können.
Die Verbände bestehen zumeistaus einem Männchen und mehreren
Weibchen mit Jungtieren. Meerschweinchen verständigen sich untereinander
durch verschiedene Stimmfühlungslaute. Bei Gefahr suchen sie in selbstgebauten
Höhlen oder in dichtem Gestrüpp Schutz.
Schon kurze Zeit nach der Entdeckung Amerikas gelangten
die ersten Meerschweinchen nach Europa. Aufgrund der problemlosen Haltung
und ihres gutmütigen Naturells wurden die Tiere schon früh zu
einem beliebten Spielgefährten für Kinder.

Haltung:
Meerschweinchen sind tagaktive und gesellige Tiere. Wird ein Tier über
längere Zeit allein gelassen, so kann seine Gesundheit darunter sehr
stark leiden. Man sollte es deshalb nicht allein lassen, sondern für
mindestens einen Partner sorgen.
Ob dieser Partner, am besten aber mehrere nun Männchen oder Weibchen
sind, kommt darauf an. Es gibt Männchen, die sich sehr gut verstehen,
ebenso wie Weibchen, die sich sehr gut verstehen und aber auch im anderen
Falle "fetzen" können. Harmlose Rangeleien kommen bei jeder
Gruppenhaltung vor. Am besten versuchen sie in der Tierhandlung gleichaltrige
Tiere oder Geschwister zu bekommen. Damit sind gute Erfahrungen gemacht
worden. Bei unterschiedlichen Geschlechtern sollten Sie darauf achten,
dass die Männchen kastriert werden. Meerschweinchen sollten NIE allein
gehalten werden, da sie in der Einsamkeit verkümmern und eingehen
können. Ein Mensch kann einen Artgenossen niemals ersetzen.
Der Stall" des Meerschweinchens braucht
nicht so stabil zu sein, wie der eines Goldhamsters, da das Tier nicht
springen oder klettern kann und kaum am Holz nagt. Ein Stall für
zwei Tiere muss mindestens 100 cm lang, 50 cm breit und 30 cm hoch sein
- vorausgesetzt die Tiere haben auch Auslauf, denn sie sind sehr bewegungsfreudig.
Unerlässlich ist ein geschlossenes Schlafkistchen, in dem das Tier
Ruhe und Geborgenheit finden kann.
Der Bodenbelag, der einmal wöchentlich ausgewechselt
werden muss, kann trockenem Laub (nur zum Überstreuen, da Laub Urin
nicht aufsaugen kann), trockenem Gras, Stroh oder Papier bestehen. Zeitungen
sollten jedoch wegen der Druckerschwärze nicht verwendet werden.
Die Einstreu darf auf keinen Fall stauben, da es dadurch zu Reizungen
der Augenbindehäute und zur Belastung des Atmungsapparates kommen
kann. Gute Einstreu sind Hanfstreu, Biotrucciolo oder ähnliches.
Der Käfig muss trocken, luftig und gleichmäßig temperiert
sein - Bedingungen, die in einer Wohnung sehr gut erfüllt werden
können.
Wer über einen Garten verfügt, kann die
Tiere in der warmen Jahreszeit tagsüber auch in einem versetzbaren
Freilandgehege halten. Je größer die Fläche für den
Freilauf ist, um so wohler fühlen sich die Tiere. Mit ein paar Unterschlüpfen
und vielleicht Sträucher haben Sie so einen Abenteuerpark für
Ihre Racker. Für zwei Meerschweinchen muss aber mindestens eine Grundfläche
von mindestens 1 m x 1 m und eine Zaunhöhe von 25-30 cm aus. Das
Gehege muss auch von oben mit Maschendraht bespannt sein, damit die Tiere
geschützt sind. Auf jeden Fall muss den Meerschweinchen in einem
solchen Gehege auch eine Schutzhütte zur Verfügung stehen. Sobald
es nachts kühler wird, muss man die Tiere ins Haus holen. Temperaturen
unter 11°C und über 21 °C können sie nicht vertragen.
Als problematisch hat sich die gemeinsame Haltung
von Meerschweinchen und Zwergkaninchen erwiesen. Dies beruht auf der Verschiedenheit
der Temperamente sowie der Lebens- und Ernährungsweise. Nehmen Sie
also nur gleichartige Tiere zu sich.
Eine sehr gute Meerschweinchenseite (und auch Kaninchenseite)
im Internet finden Sie hier:
http://www.unsere-rasselbande.de/ Auf dieser Seite gibt es eine hervorragend
geschriebene Infobroschuere ueber die gemeinsame Haltung von Meerschweinchen
und Kaninchen.

Ernährung
Meerschweinchen sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich sowohl von
frischen als auch von trockenen Pflanzenteilen. Zweimal am Tag sollte
regelmäßig und pünktlich gefüttert werden. Außerdem
ist es wichtig, dass die Futterration im Ballast- und Nährstoffbedarf
den Bedürfnissen des Meerschweinchens angepasst ist. Gutes, schimmelfreies
Heu muss den Tieren ständig zur Verfügung stehen.
Zusätzlich benötigt jedes Tier täglich ungefähr 200g
Futter, bestehend aus Trockenfutter, Kräuter, Äpfeln, Karotten
und grünem Gemüse.
Das Grünfutter muss selbstverständlich frei von Pestizidrückständen
sein. Außerdem ist streng darauf zu achten, dass es nicht angewelkt
ist. Andernfalls kann es unter Umständen zu einer Gasbildung im Darmtrakt
kommen, an der das Tier qualvoll eingehen kann.
Futterumstellungen sind sehr behutsam durchzuführen,
damit das Tier keinen Durchfall bekommt. Dem Meerschweinchen muss ständig
Trinkwasser zur Verfügung stehen. Dies wird am günstigsten über
Tränkeflaschen angeboten. Meerschweinchen gewöhnen sich schnell
an diese Form der Wasseraufnahme. Offene Tränkgefäße im
Stall würden viel zu schnell verschmutzen. Alle zwei Tage sollte
das Wasser in der Flasche gewechselt werden.
Die Zähne der Meerschweinchen wachsen ständig
nach und müssen durch Benagen harter Gegenstände kurz gehalten
werden. Hartes, schimmelfreies Brot oder Zweige von Obstbäumen werden
von den Tieren gerne angenommen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass
das Holz keine Pestizidrückstände aufweist.
Erkrankungen:
Ein gesundes Meerschweinchen erkennt man an seinem glänzenden, gleichmäßig
behaarten Fell. Die Augen des Tieres dürfen nicht verklebt sein und
keine Sekretspuren im Bereich des inneren Augenwinkels aufweisen. Verschmierte
und verkrustete Nasenöffnungen sind typische Anzeichen für ein
erkranktes Tier. Verunreinigungen in der Aftergegend weisen auf eine Durchfallerkrankung
hin. Besondere Aufmerksamkeit muss auch den Krallen, Sohlen und Gelenken
des Meerschweinchens gewidmet werden. Sind diese verdickt oder entzündet,
so ist das ein Anzeichen für schlechte Haltung und mangelnde Pflege.
Jeder Tierhalter ist natürlich verpflichtet, bei ersten Erkrankungserscheinungen
mit dem Tier zum Tierarzt zu gehen.

Umgang:
Meerschweinchen sind, wie schon gesagt, sehr gesellige Tiere. Bei behutsamer
Gewöhnung an den Menschen werden die ansonsten schreckhaften Wesen
schnell handzahm. Vorteilhaft ist es, wenn die Tiere eine neue Umgebung
langsam entdecken und geruchlich erobern können. Entsprechend seinem
natürlichem Kontaktbedürfnis erkennt das Meerschweinchen den
Menschen schon nach kurzer Zeit als Sozialpartner" an.
Besonders vorsichtig und behutsam sind diese Tiere
anzufassen. Erst wenn sie aus der Hand fressen, sollten sie auf den Arm
genommen werden. Vorsichtig hochheben kann man das Meerschweinchen, indem
man mit einer Hand unter den Leib faßt und mit der anderen verhindert,
daß es eventuell wegspringt und sich beim Sturz verletzt.
Meerschweinchen beißen und kratzen in der
Regel nicht. Als tagaktive Tiere passen sie sich in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus
dem der Kinder an. Man sollte Kindern den Umgang mit diesen Tieren jedoch
auf jeden Fall erst dann gestatten, wenn sich die Eltern davon überzeugt
haben, dass die Kinder umsichtig und behutsam mit dem Tier umgehen.
Zucht:
Meerschweinchen sind recht fruchtbar. Bereits mit 4 - 5 Monaten werden
sie geschlechtsreif. Das Weibchen kann viermal im Jahr bis zu 6 Jungewerfen.
Vor einer Zucht kann jedoch nur gewarnt werden. Es ist nie sicherzustellen,
daß die abgegebenen Tiere wirklich nur in gute Hände gelangen.
Meerschweinchen werden aufgrund ihrer unproblematischen Haltung gerne
als Versuchstiere herangezogen. Stellt man sich vor, dass diese possierlichen
Tiere in Versuchslaboratorien enden, wo sie zu äußerst schmerzhaften
und quälerischen Experimenten mißbraucht werden, dann sollte
einem die Freude am Züchten vergehen.
Das Meerschweinchen auf einen Blick:
Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Kleintieren in Deutschlands
Haushalten.
Sie werden im Durchschnitt 6-8 Jahre alt
Sie sind sehr gesellig und können unproblematisch auch in kleineren
Gruppen gehalten werden
Sie gewöhnen sich sehr schnell an den Menschen und werden in kurzer
Zeit handzahm
Sie können in der warmen Jahreszeit auch im Garten in einem Gehege
gehalten werden, in dem allerdings ein Schutzhäuschen vorhanden sein
muss.
Sie sind zwar beliebte Schmuse- und Kuscheltiere", man darf
sie Kindern aber auf jeden Fall nur dann überlassen, wenn diese die
nötige Sorgfalt beim Umgang mit Tieren bewiesen haben.
Diese Bücher zum Thema können wir empfehlen:
"Alles über Meerschweinchen" von Dr. med. vet. Eva Maria
Bartenschlager
"Das Meerschweinchen - Heimtier und Patient" von Ilse Hamel
"Hamster, Meerschweinchen, Mäuse" von Günter Schmidt
Durch die Übernahme eines Tieres aus dem Tierheim
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