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Anschaffung:
Älterer Hund oder Welpe?
Die Anschaffung eines Welpen will wohl überlegt sein, denn der kleine
Racker muß erst einmal stubenrein werden, erzogen werden, und die
"Flegeljahre" hinter sich bringen. Am besten zur Erziehung eignet
sich anfangs eine Hundeschule mit Welpenspielstunde. Entscheidet man sich
für einen älteren Hund, und kennt dann auch noch die Vorgeschichte
dieses Tieres, hat man mit etwas Glück einen bereits stubenreinen,
fertig ausgebildeten und charaktergefestigten Hund. Ältere Tiere
aus dem Tierheim gewöhnen sich auch noch relativ schnell an die neue
Umgebung und Personen, und erweisen sich erfahrungsgemäß als
sehr dankbar und anhänglich. Sollte die Vorgeschichte des Tieres
nicht bekannt sein, erweist sich im Tierheim die Beobachtung und Erziehung
durch die "Paten" als sehr vorteilhaft.
Ernährung:
Im Fachhandel wird eine Vielzahl an Trocken- und Konservenfutter angeboten.
Welche Menge, wie oft am Tag, und welche Sorte verfüttert wird, hängt
ganz von den bisherigen Freßgewohnheiten, der Rasse, und dem Alter
des Hundes ab.
Die preiswerteste Variante ist das Trockenfutter, das außerdem gut
zu lagern ist und meistens sehr verträglich ist.
Da die meisten Hunde empfindlich auf eine Futterumstellung reagieren,
empfiehlt es sich, dem Tier das bisherige Futter weiterhin zu geben, oder
ganz langsam auf eine neue Sorte umzustellen.

Erziehung:
Das Ziel einer artgerechten Erziehung ist, daß Mensch und Hund ein
gutes Team bilden. Dies gelingt nur, wenn die Grundausbildung auf gegenseitigem
Respekt und Verständnis basiert.
Am besten eignet sich für Hund und Herrchen/Frauchen der Besuch einer
Hundeschule. Dort erlernt der Hund neben den Befehlen auch den Sozialkontakt
zu seinen Artgenossen. Für Welpen werden in fast allen Hundeschulen
"Welpenspielstunden" angeboten.
Dazu finden Sie auch weiter unten einen Beitrag!
Grundausstattung:
Zur Grundausstattung gehören: Futter- und Trinknapf, Halsband, Leine,
Körbchen, Decke, Spielzeug, ggf. Bürste zur Fellpflege.
Impfschutz:
Zu den wichtigsten Impfungen gehören: H.c.c., Leptospirose, Parvovirose,
Staupe, Zwingerhusten und Tollwut.
Die Grundimmunisierung umfasst zwei Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen,
wobei die erste Impfung ab ca. der 8. Lebenswoche erfolgen soll. Danach
folgt die jährliche Auffrischung.
Kastration:
Viele Hundehalter möchten keine Nachkommen
von ihrer Hündin und entscheiden sich deshalb für eine Kastration.
Auch hygienische Aspekte spielen für diese Entscheidung eine große
Rolle.
Die Kastration wird bei der Hündin durchgeführt,
indem der Tierarzt beide Eierstöcke, und meist auch die Gebärmutter
entfernt.
Eine Sterilisation kann ebenfalls durchgeführt werden, dann werden
beide Eileiter durchtrennt. Beim Rüden werden die Hoden operativ
entfernt.
aber Vorsicht denn...
leider glauben viele
Hundebesitzer, daß dieses vermeintliche Allheilmittel
selbständig das unerwünschte Verhalten des Hundes reguliert.
Die wenigsten wissen, daß dies nur in seltenen Fällen zum Erfolg
führt und kaum jemand ist über die Nebenwirkungen eines solchen
Eingriffs informiert.
In Deutschland wird die Kastration in den meisten
Fällen bei der Hündin nach der 1. Hitze durchgeführt.
Bei Rüden häufig erst, wenn aggressive Verhaltensweisen bestehen
oder sogar anhalten; vorwiegend in der 2. Pubertätsphase (12. bis
14. Lebensmonat).
Die Kastration nach der Geschlechtsreife:
Diese Hunde hatten bislang gelernt, daß sie sich Respekt von jüngeren
und subdominanten Artgenossen einfordern können. Nach der Kastration
riechen viele Tiere (egal, ob Rüde oder Hündin!) wie eine hochläufige
Hündin.
Bei einem so gut riechenden Hund versucht fast jeder Rüde, aufzureiten.
Ein kastrierter Rüde weiß aber trotz der Kastration, daß
er ein Rüde ist und duldet dieses Verhalten gar nicht oder nur kurzzeitig.
Als Konsequenz ist Aggressivität vorprogrammiert.
Je älter der Hund zum Zeitpunkt der Kastration ist, desto mehr Lernerfahrungen
konnte er sammeln. Hat er bereits die Verhaltensmuster des erwachsenen
Hundes manifestiert, erfolgt die Kastration ohnehin zu spät, um Aggressionen
zu beseitigen.
Die Kastration der Hündin
Im Folikel werden verschiedene Hormone synthetisiert (Östradiol,
Östron, Östriol), die durch die Kastration fehlen. Dadurch wird
die Synthese von Eiweiß im Körper gehemmt und auch der Abbau
von Mastzellen, weshalb sich bei vielen Hündinnen Gewichtsprobleme
einstellen.
Es entstehen Störungen, weil der Kohlehydratstoffwechsel Einfluß
auf Leber und Muskeln hat. Außerdem kann der Blutzuckerspiegel variieren.
Die weiblichen Hormone stimulieren außerdem die Ablagerung von Calcium,
Phosphor und Stickstoff im Knochengewebe. Nach einer Kastration ist Osteoperose
(Knochenerweichung) nicht auszuschließen.
Durch das Entfernen der Eierstöcke ist der gesamte Stoffwechsel gestört,
da die Kooperation der Östrogene mit der Nebennierenrinde und der
Hypophyse nicht mehr möglich ist.
Wie bereits erwähnt, ist der Eingriff vor der Geschlechtsreife besonders
kritisch, weil sich entwicklungsbedingt auch psychische Erkrankungen einstellen
können.
Die Inkontinenz ist aber die bekannteste und häufigste "Nebenwirkung"
bei der kastrierten Hündin.
Sie wird nicht, wie häufig angenommen, durch den schlechten
Operateur hervorgerufen, sondern durch die fehlenden Hormone. Der
Blasenschließmuskel erschlafft. Die Hündin kann ihren Urin
nicht mehr halten und viele Hunde verlieren im Schlaf Urin. Um
die Inkontinenz zu therapieren, werden der Hündin die fehlenden Hormone
mit dem Präparat Canephedrin" wieder zugeführt. Die
Behandlung muß lebenslang erfolgen, um die Inkontinenz ganz oder
zum Teil zu regulieren.
Die Kastration des Rüden
Wer die Kastration des Rüden als Lösung von Verhaltensproblemen
in Erwägung zieht, sollte folgendes wissen.
Die Aggressionsbereitschaft nach einer Kastration verringert sich nur
selten. In diesen wenigen Fällen bezieht es sich nur auf sexuelles
Konkurrenzverhalten gegenüber anderen Rüden.
Bei Aggressionen gegen Menschen ist durch diese Methode keine zufriedenstellende
Änderung des Verhaltens zu erhoffen.
Der Auslöser für Aggressionen ist (fast) immer der Besitzer.
Deshalb ist eine Kastration ohne verhaltenstherapeutische Unterstützung
selten von Erfolg gekrönt.
Bei Rangordnungsproblemen sind die Fehler, die
der Mensch oft von Anfang an im Umgang mit dem Hund gemacht hat, sehr
viel entscheidender. Die Ursache von Rangordnungsproblemen ist nicht der
Testosteronspiegel.
Auch das Aufreiten beim Menschen, was sich manche Rüden im Laufe
der Pubertät angewöhnt haben, wird durch eine Kastration nicht
beseitigt. Fast nie verbirgt sich überhaupt ein sexueller Hintergrund
in diesem Verhalten, sondern die Lernerfahrung, daß sich der Mensch
in einem solchen Moment dem Hund zuwendet. Dabei ist es gleichgültig,
ob die Zuwendung positiv oder negativ ist (also mit Lob oder Strafe),
sondern die Zuwendung an sich hat belohnenden Charakter aus Sicht des
Hundes.
Es besteht beim Rüden
die Möglichkeit einer chemischen Kastration, die allerdings nur einen
eingeschränkten Zeitraum anhält. Sie hätten während
dieser Zeit die Möglichkeit, festzustellen, ob sich das Verhalten
Ihres Hundes tatsächlich verändert. Bitte
lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt umfassend beraten!
Schlußbemerkung
Die Kastration des Hundes kann problemlos verlaufen, ohne daß sich
die beschriebenen Nebenwirkungen einstellen. Aber wer kann voraussagen,
welcher Hund davon betroffen sein wird und welcher nicht?
Deshalb sollten Sie vor diesem Schritt genau überdenken, ob eine
Kastration wirklich erforderlich ist und daß Sie und Ihr Hund dann
eventuell über seinen gesamten Lebenszeitraum mit den Nebenwirkungen
leben müssten!
Um Verhaltensprobleme lösen zu können, ist der Gedanke an eine
Kastration nicht der erste Weg. Suchen Sie lieber Hilfe bei verhaltenstherapeutisch
arbeitenden Hundeschulen oder Tierärzten.
Kosten:
Auf keinen Fall kann man einen Hund zum "Nulltarif" halten.
Erstens sind sie keine "Müllschlucker", die nur die Reste
vom Tisch bekommen sollen, zweitens kann er auch einmal erkranken und
muß dann tierärztlich versorgt werden. Zusätzliche Kosten
für die Unterbringung in Pensionen während der Urlaubszeit oder
Krankheit des Besitzers können ebenfalls hinzukommen.
Fest kalkulierbar sind die Aufwendungen für die Ausstattung (Freß-
und Trinknapf, Spielsachen, Körbchen, Decken, ...) für Futter,
jährliche Impfungen und Parasitenbehandlung bzw. -vorbeugung, Hundesteuer
und Hundehaftpflichtversicherung.
An dieser Stelle wird bewusst auf eine Angabe in Zahlen verzichtet, da
die Kosten je nach Größe und Rasse sehr stark variieren können.

10 Bitten eines Hundes an den Menschen
1. Mein Leben dauert 10 15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird für
mich Leiden bedeuten. Bedenke es, eh` Du mich anschaffst.
2. Gib mir Zeit zu verstehen, was
Du von mir verlangst.
3. Pflanze Vertrauen in mich - ich
lebe davon.
4. Zürne mir nie lange und
sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast Deine Arbeit, Dein
Vergnügen, Deine Freunde ich habe nur Dich.
5. Sprich manchmal mit mir. Wenn
ich Deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich
wendet.
6. Wisse, wie immer an mir gehandelt
wird ich vergesse es nie.
7. Bedenke, eh` Du mich schlägst,
daß meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchel an Deiner Hand
zerquetschen könnten, daß ich aber keinen Gebrauch von ihnen
mache.
8. Ehe Du mich bei der Arbeit unwillig
schiltst, bockig oder faul, bedenke, vielleicht
plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne
ausgesetzt oder ich habe ein verbrauchtes Herz.
9. Kümmere Dich um mich, wenn
ich alt werde auch du wirst einmal alt sein.
10. Geh jeden schweren Gang mit
mir. Sag nie: Ich kann sowas nicht sehen oder es soll
in meiner Abwesenheit geschehen. Alles ist leichter für mich
mit Dir.
Die
Erziehung des Hundes
Ein gut erzogener Hund ist eine Freude nicht
nur für seinen Besitzer. Auch der Hund fühlt sich am wohlsten,
wenn er genau weiß, was er darf und was nicht. Mit dem Beachten
einiger Grundsätze ist auch der Grundstein für eine harmonische
Beziehung zwischen Mensch und Hund gelegt
Grundregeln der Hunderziehung
Machen Sie sich ein paar Grundsätze klar und
beachten Sie sie bitte ein Hundeleben lang:
Mein Hund ist ein Rudeltier. Ich bin sein Boss.
Ich mache keine Fehler, denn das würde mein Hund nicht verstehen.
Was ich sage, ist Gesetz. Mein Hund kann nicht diskutieren.
Mir stehen besondere Rechte zu. Ich esse, bevor mein Hund frisst, ich
gehe als Erster durch die Tür, ich kann auf dem Lagerplatz meines
Hundes sitzen, wann immer es mir gefällt er jedoch nicht auf
meinem.
Zu autoritär? Bedenken Sie bitte, dass ein partnerschaftlicher Erziehungsstil
Ihren Hund überfordern würde. Wenn Sie also einen Hundepartner
und Freund möchten behandeln Sie ihn, wie er es von seinem
"Rudelführer" erwartet.
Wenn es Ihnen gelingt, auf so natürliche Weise
Ihrem Hund Ihre Dominanz zu zeigen, werden sich "Strafen" auf
ein Minimum reduzieren lassen. Ganz ohne ein "Nein" werden Sie
jedoch nicht auskommen.
Die heutigen Erkenntnisse des Hundeverhaltens haben
zu neuen Wegen in der Erziehung geführt. Das Grundprinzip ist jedoch
immer dasselbe und erscheint einfach:
Immer, wenn Ihr Hund etwas so macht, wie Sie es
möchten (erwünschtes Verhalten), loben Sie. Zeigt Ihr Hund ein
unerwünschtes Verhalten, ignorieren Sie es. Loben Sie erst wieder,
wenn erwünschtes Verhalten gezeigt wird.
Das scheint einfach, ist aber in der Realität
häufig recht schwierig. Sie müssen sich schon sehr konzentrieren
und Ihren Vierbeiner genau beobachten, damit Sie das gewünschte Verhalten
auch sofort mit Lob bedenken. Und ignorieren heißt: gar nichts tun,
nicht gucken, nicht schimpfen, auch nicht ganz leise, sondern stumm bleiben
und sich weg drehen.
Durch die Übernahme eines Tieres aus dem Tierheim
Schlage leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Tierschutz.
Viele
unserer zu vermittelnden Tiere finden Sie hier
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