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Ratgeber Hunde

Dieser Ratgeber kann selbstverständlich nicht die zahlreiche Literatur über Hunde ersetzen. Ziel ist es, die wichtigsten Informationen kurz und knapp zu erläutern.

Alter:
Größere Hunde haben eine kürzere Lebenserwartung. Sie liegt bei etwa 10 Jahren, während kleinere Hunde bis zu 20 Jahre alt werden können.

Die folgenden Angaben können natürlich nur ungefähre Richtangaben sein.

Hundealter Menschenalter
6 Monate etwa 10 Jahre
8 Monate etwa 13 Jahre
1 Jahr etwa 15 Jahre
2 Jahre etwa 24 Jahre
4 Jahre etwa 32 Jahre
6 Jahre etwa 40 Jahre
8 Jahre etwa 48 Jahre
10 Jahre etwa 56 Jahre
12 Jahre etwa 64 Jahre
14 Jahre etwa 72 Jahre
16 Jahre etwa 80 Jahre
18 Jahre etwa 88 Jahre

Rekordverdächtiges Alter beim Hund?
Neben all den anderen Höchstleistungen finden sich im Guiness-Buch der Rekorde auch die vierbeinigen "Super-Senioren": Bei den Hunden hält ein australischer Hirtenhund namens "Bluey" den Altersrekord. Er lebte von 1910-1939 in Rochester, wo er sein Leben lang Schafe hütete. Er wurde genau 29 Jahre und 5 Monate alt.

 

 

 

Anschaffung:
Älterer Hund oder Welpe?

Die Anschaffung eines Welpen will wohl überlegt sein, denn der kleine Racker muß erst einmal stubenrein werden, erzogen werden, und die "Flegeljahre" hinter sich bringen. Am besten zur Erziehung eignet sich anfangs eine Hundeschule mit Welpenspielstunde. Entscheidet man sich für einen älteren Hund, und kennt dann auch noch die Vorgeschichte dieses Tieres, hat man mit etwas Glück einen bereits stubenreinen, fertig ausgebildeten und charaktergefestigten Hund. Ältere Tiere aus dem Tierheim gewöhnen sich auch noch relativ schnell an die neue Umgebung und Personen, und erweisen sich erfahrungsgemäß als sehr dankbar und anhänglich. Sollte die Vorgeschichte des Tieres nicht bekannt sein, erweist sich im Tierheim die Beobachtung und Erziehung durch die "Paten" als sehr vorteilhaft.

Ernährung:
Im Fachhandel wird eine Vielzahl an Trocken- und Konservenfutter angeboten. Welche Menge, wie oft am Tag, und welche Sorte verfüttert wird, hängt ganz von den bisherigen Freßgewohnheiten, der Rasse, und dem Alter des Hundes ab.
Die preiswerteste Variante ist das Trockenfutter, das außerdem gut zu lagern ist und meistens sehr verträglich ist.
Da die meisten Hunde empfindlich auf eine Futterumstellung reagieren, empfiehlt es sich, dem Tier das bisherige Futter weiterhin zu geben, oder ganz langsam auf eine neue Sorte umzustellen.

Erziehung:
Das Ziel einer artgerechten Erziehung ist, daß Mensch und Hund ein gutes Team bilden. Dies gelingt nur, wenn die Grundausbildung auf gegenseitigem Respekt und Verständnis basiert.
Am besten eignet sich für Hund und Herrchen/Frauchen der Besuch einer Hundeschule. Dort erlernt der Hund neben den Befehlen auch den Sozialkontakt zu seinen Artgenossen. Für Welpen werden in fast allen Hundeschulen "Welpenspielstunden" angeboten.

Dazu finden Sie auch weiter unten einen Beitrag!

Grundausstattung:
Zur Grundausstattung gehören: Futter- und Trinknapf, Halsband, Leine, Körbchen, Decke, Spielzeug, ggf. Bürste zur Fellpflege.

Impfschutz:
Zu den wichtigsten Impfungen gehören: H.c.c., Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Zwingerhusten und Tollwut.
Die Grundimmunisierung umfasst zwei Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen, wobei die erste Impfung ab ca. der 8. Lebenswoche erfolgen soll. Danach folgt die jährliche Auffrischung.

Kastration:

Viele Hundehalter möchten keine Nachkommen von ihrer Hündin und entscheiden sich deshalb für eine Kastration. Auch hygienische Aspekte spielen für diese Entscheidung eine große Rolle.

Die Kastration wird bei der Hündin durchgeführt, indem der Tierarzt beide Eierstöcke, und meist auch die Gebärmutter entfernt.
Eine Sterilisation kann ebenfalls durchgeführt werden, dann werden beide Eileiter durchtrennt. Beim Rüden werden die Hoden operativ entfernt.

aber Vorsicht denn...

leider glauben viele Hundebesitzer, daß dieses vermeintliche „Allheilmittel“ selbständig das unerwünschte Verhalten des Hundes reguliert. Die wenigsten wissen, daß dies nur in seltenen Fällen zum Erfolg führt und kaum jemand ist über die Nebenwirkungen eines solchen Eingriffs informiert.

In Deutschland wird die Kastration in den meisten Fällen bei der Hündin nach der 1. Hitze durchgeführt.
Bei Rüden häufig erst, wenn aggressive Verhaltensweisen bestehen oder sogar anhalten; vorwiegend in der 2. Pubertätsphase (12. bis 14. Lebensmonat).

Die Kastration nach der Geschlechtsreife:
Diese Hunde hatten bislang gelernt, daß sie sich Respekt von jüngeren und subdominanten Artgenossen einfordern können. Nach der Kastration riechen viele Tiere (egal, ob Rüde oder Hündin!) wie eine hochläufige Hündin.
Bei einem so gut riechenden Hund versucht fast jeder Rüde, aufzureiten. Ein kastrierter Rüde weiß aber trotz der Kastration, daß er ein Rüde ist und duldet dieses Verhalten gar nicht oder nur kurzzeitig. Als Konsequenz ist Aggressivität vorprogrammiert.
Je älter der Hund zum Zeitpunkt der Kastration ist, desto mehr Lernerfahrungen konnte er sammeln. Hat er bereits die Verhaltensmuster des erwachsenen Hundes manifestiert, erfolgt die Kastration ohnehin zu spät, um Aggressionen zu beseitigen.

Die Kastration der Hündin
Im Folikel werden verschiedene Hormone synthetisiert (Östradiol, Östron, Östriol), die durch die Kastration fehlen. Dadurch wird die Synthese von Eiweiß im Körper gehemmt und auch der Abbau von Mastzellen, weshalb sich bei vielen Hündinnen Gewichtsprobleme einstellen.
Es entstehen Störungen, weil der Kohlehydratstoffwechsel Einfluß auf Leber und Muskeln hat. Außerdem kann der Blutzuckerspiegel variieren.
Die weiblichen Hormone stimulieren außerdem die Ablagerung von Calcium, Phosphor und Stickstoff im Knochengewebe. Nach einer Kastration ist Osteoperose (Knochenerweichung) nicht auszuschließen.
Durch das Entfernen der Eierstöcke ist der gesamte Stoffwechsel gestört, da die Kooperation der Östrogene mit der Nebennierenrinde und der Hypophyse nicht mehr möglich ist.
Wie bereits erwähnt, ist der Eingriff vor der Geschlechtsreife besonders kritisch, weil sich entwicklungsbedingt auch psychische Erkrankungen einstellen können.
Die Inkontinenz ist aber die bekannteste und häufigste "Nebenwirkung" bei der kastrierten Hündin.
Sie wird nicht, wie häufig angenommen, durch den „schlechten Operateur“ hervorgerufen, sondern durch die fehlenden Hormone. Der Blasenschließmuskel erschlafft. Die Hündin kann ihren Urin nicht mehr halten und viele Hunde verlieren im Schlaf Urin.
Um die Inkontinenz zu therapieren, werden der Hündin die fehlenden Hormone mit dem Präparat „Canephedrin" wieder zugeführt. Die Behandlung muß lebenslang erfolgen, um die Inkontinenz ganz oder zum Teil zu regulieren.

Die Kastration des Rüden
Wer die Kastration des Rüden als Lösung von Verhaltensproblemen in Erwägung zieht, sollte folgendes wissen.
Die Aggressionsbereitschaft nach einer Kastration verringert sich nur selten. In diesen wenigen Fällen bezieht es sich nur auf sexuelles Konkurrenzverhalten gegenüber anderen Rüden.
Bei Aggressionen gegen Menschen ist durch diese Methode keine zufriedenstellende Änderung des Verhaltens zu erhoffen.
Der Auslöser für Aggressionen ist (fast) immer der Besitzer. Deshalb ist eine Kastration ohne verhaltenstherapeutische Unterstützung selten von Erfolg gekrönt.

Bei Rangordnungsproblemen sind die Fehler, die der Mensch oft von Anfang an im Umgang mit dem Hund gemacht hat, sehr viel entscheidender. Die Ursache von Rangordnungsproblemen ist nicht der Testosteronspiegel.
Auch das Aufreiten beim Menschen, was sich manche Rüden im Laufe der Pubertät angewöhnt haben, wird durch eine Kastration nicht beseitigt. Fast nie verbirgt sich überhaupt ein sexueller Hintergrund in diesem Verhalten, sondern die Lernerfahrung, daß sich der Mensch in einem solchen Moment dem Hund zuwendet. Dabei ist es gleichgültig, ob die Zuwendung positiv oder negativ ist (also mit Lob oder Strafe), sondern die Zuwendung an sich hat belohnenden Charakter aus Sicht des Hundes.

Es besteht beim Rüden die Möglichkeit einer chemischen Kastration, die allerdings nur einen eingeschränkten Zeitraum anhält. Sie hätten während dieser Zeit die Möglichkeit, festzustellen, ob sich das Verhalten Ihres Hundes tatsächlich verändert. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt umfassend beraten!

Schlußbemerkung
Die Kastration des Hundes kann problemlos verlaufen, ohne daß sich die beschriebenen Nebenwirkungen einstellen. Aber wer kann voraussagen, welcher Hund davon betroffen sein wird und welcher nicht?
Deshalb sollten Sie vor diesem Schritt genau überdenken, ob eine Kastration wirklich erforderlich ist und daß Sie und Ihr Hund dann eventuell über seinen gesamten Lebenszeitraum mit den Nebenwirkungen leben müssten!
Um Verhaltensprobleme lösen zu können, ist der Gedanke an eine Kastration nicht der erste Weg. Suchen Sie lieber Hilfe bei verhaltenstherapeutisch arbeitenden Hundeschulen oder Tierärzten.

Kosten:
Auf keinen Fall kann man einen Hund zum "Nulltarif" halten. Erstens sind sie keine "Müllschlucker", die nur die Reste vom Tisch bekommen sollen, zweitens kann er auch einmal erkranken und muß dann tierärztlich versorgt werden. Zusätzliche Kosten für die Unterbringung in Pensionen während der Urlaubszeit oder Krankheit des Besitzers können ebenfalls hinzukommen.
Fest kalkulierbar sind die Aufwendungen für die Ausstattung (Freß- und Trinknapf, Spielsachen, Körbchen, Decken, ...) für Futter, jährliche Impfungen und Parasitenbehandlung bzw. -vorbeugung, Hundesteuer und Hundehaftpflichtversicherung.
An dieser Stelle wird bewusst auf eine Angabe in Zahlen verzichtet, da die Kosten je nach Größe und Rasse sehr stark variieren können.


10 Bitten eines Hundes an den Menschen


1. Mein Leben dauert 10 – 15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke es, eh` Du mich anschaffst.

2. Gib mir Zeit zu verstehen, was Du von mir verlangst.

3. Pflanze Vertrauen in mich - ich lebe davon.

4. Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen, Deine Freunde – ich habe nur Dich.

5. Sprich manchmal mit mir. Wenn ich Deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme, die sich an mich wendet.

6. Wisse, wie immer an mir gehandelt wird – ich vergesse es nie.

7. Bedenke, eh` Du mich schlägst, daß meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchel an Deiner Hand zerquetschen könnten, daß ich aber keinen Gebrauch von ihnen mache.

8. Ehe Du mich bei der Arbeit „unwillig“ schiltst, „bockig“ oder „faul“, bedenke, vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder ich habe ein verbrauchtes Herz.

9. Kümmere Dich um mich, wenn ich alt werde – auch du wirst einmal alt sein.

10. Geh jeden schweren Gang mit mir. Sag nie: „Ich kann sowas nicht sehen“ oder „es soll in meiner Abwesenheit geschehen.“ Alles ist leichter für mich mit Dir.

Die Erziehung des Hundes
Ein gut erzogener Hund ist eine Freude – nicht nur für seinen Besitzer. Auch der Hund fühlt sich am wohlsten, wenn er genau weiß, was er darf – und was nicht. Mit dem Beachten einiger Grundsätze ist auch der Grundstein für eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Hund gelegt
Grundregeln der Hunderziehung

Machen Sie sich ein paar Grundsätze klar und beachten Sie sie bitte ein Hundeleben lang:

Mein Hund ist ein Rudeltier. Ich bin sein Boss.
Ich mache keine Fehler, denn das würde mein Hund nicht verstehen.
Was ich sage, ist Gesetz. Mein Hund kann nicht diskutieren.
Mir stehen besondere Rechte zu. Ich esse, bevor mein Hund frisst, ich gehe als Erster durch die Tür, ich kann auf dem Lagerplatz meines Hundes sitzen, wann immer es mir gefällt – er jedoch nicht auf meinem.
Zu autoritär? Bedenken Sie bitte, dass ein partnerschaftlicher Erziehungsstil Ihren Hund überfordern würde. Wenn Sie also einen Hundepartner und Freund möchten – behandeln Sie ihn, wie er es von seinem "Rudelführer" erwartet.

Wenn es Ihnen gelingt, auf so natürliche Weise Ihrem Hund Ihre Dominanz zu zeigen, werden sich "Strafen" auf ein Minimum reduzieren lassen. Ganz ohne ein "Nein" werden Sie jedoch nicht auskommen.

Die heutigen Erkenntnisse des Hundeverhaltens haben zu neuen Wegen in der Erziehung geführt. Das Grundprinzip ist jedoch immer dasselbe und erscheint einfach:

Immer, wenn Ihr Hund etwas so macht, wie Sie es möchten (erwünschtes Verhalten), loben Sie. Zeigt Ihr Hund ein unerwünschtes Verhalten, ignorieren Sie es. Loben Sie erst wieder, wenn erwünschtes Verhalten gezeigt wird.

Das scheint einfach, ist aber in der Realität häufig recht schwierig. Sie müssen sich schon sehr konzentrieren und Ihren Vierbeiner genau beobachten, damit Sie das gewünschte Verhalten auch sofort mit Lob bedenken. Und ignorieren heißt: gar nichts tun, nicht gucken, nicht schimpfen, auch nicht ganz leise, sondern stumm bleiben und sich weg drehen.

Durch die Übernahme eines Tieres aus dem Tierheim Schlage leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Tierschutz.

Viele unserer zu vermittelnden Tiere finden Sie hier