Tiernothilfe

Feldhase

Feldhasen leben bevorzugt in offenen und halboffenen Landschaften. Sie sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger, die sich rein pflanzlich ernähren. Am Tage ruhen sie in flachen, gut getarnten Mulden, den „Sassen“. Bei Gefahr drücken sie sich bewegungslos an den Boden und ergreifen erst im letzten Moment die Flucht. Dann können sie große Geschwindigkeiten (bis zu 70 km/h und mehr auf kurzen Distanzen) erreichen. Zudem schlagen sie dabei Haken und können bis zu 2 m hoch springen. Mit diesem Fluchtverhalten entkommen sie häufig ihren natürlichen Feinden. Zu ihnen gehören Füchse, Greifvögel, Rabenvögel, Marder, wildernde Hunde und Katzen.

 

Leider sind die Bestände der Feldhasen in ganz Deutschland stark rückläufig, was zum größten Teil auf die intensivierte Landwirtschaft mit Dünger- und Pestizideinsatz zurückzuführen ist. In vielen Bundesländern steht der Feldhase bereits auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tiere.

 

Die Fortpflanzungszeit der Feldhasen zieht sich von Januar bis Oktober hin. Es kommt zu mehreren Würfen im Jahr, die Wurfgröße variiert von einem bis zu fünf Jungen. Feldhasenbabys kommen schon voll entwickelt zur Welt. Sie haben ein weiches und sehr dichtes Fell, das hervorragend vor Witterungseinflüssen schützt und auf Grund der erdfarbenen Fellfarbe zur Tarnung dient. Feldhasenmütter bauen keine Nester, sondern setzen ihre Jungen an gut versteckten Stellen, in der Sasse, ab.



Daher hier eine eindringliche Bitte: Wenn Sie bei Spaziergängen so ein Feldhasenbaby finden, fassen Sie es nicht an und entfernen Sie sich unverzüglich. Auch wenn es den Anschein erweckt: Dieses Tier ist nicht verlassen! Achten Sie auf Ihre Hunde und lassen Sie sie nicht unbeaufsichtigt im freien Feld herumstöbern. Feldhasen reagieren sehr empfindlich auf Störungen und dann kann es tatsächlich vorkommen, dass die Hasenmütter ihre Jungtiere nicht mehr annehmen. Katzen erbeuten auf ihren Streifzügen manchmal Feldhasenbabys und tragen sie oft lebend nach Hause. So ein Hasenjunges können Sie nicht mehr in die Natur zurückbringen, da die Mutter dieses Kleine nicht mehr versorgen wird. Hier muss schnell und richtig gehandelt werden.

Bitte untersuchen Sie das Tier auf Verletzungen. Wunden müssen umgehend von einem Tierarzt versorgt werden. Dann müssen Sie sich Gedanken um die Unterbringung und Aufzucht machen. Einen Feldhasen von Hand aufzuziehen ist unglaublich schwierig, weil diese Tiere ein sehr empfindliches Verdauungssystem haben, häufig unter Krankheiten leiden und zudem sehr stressanfällig sind.

 

Bitte setzen Sie das Feldhasenbaby in einen größeren hochwandigen Karton, welchen Sie mit weichem Heu ausgelegt haben (alternativ Handtücher oder andere weiche Materialien). Verbringen Sie ihn in einen ruhigen Raum und lassen Sie nicht ihre Kinder damit spielen. Der Stress könnte tödlich sein!

 

Nehmen Sie Kontakt mit erfahrenen Aufzuchtsstationen auf und informieren Sie sich ausführlich über die Problematik.

 

 

Rechtliches: Feldhasen unterliegen dem Jagdrecht. Entnimmt man Feldhasen der Natur, macht man sich der Wilderei strafbar. Dies kann strafrechtlich verfolgt werden. Allerdings ist es in Notsituationen zulässig, verletzten und verwaisten Tieren zu helfen.

 

 

Weiterführender Link: http://www.bunnyhilfe.de/aufzucht/aufzucht-feldhasen.php

 

Kontakttelefon für Notfälle: Frau French: 038208 13472

Copyright Bilder Hasen H. French