Tiernothilfe

Fledermaus

In Deutschland gibt es ca. 24 Fledermausarten (weltweit ca. 950). Alle bei uns lebenden Fledermausarten stehen auf der „Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten“.

 

Die Tiere beziehen ihr Domizil in und an Gebäuden oder aber in Baumhöhlen und nutzen Gärten, Parks und Gewässer zur Jagd.

 

Alle in Europa beheimateten Fledermausarten sind ausschließlich Insektenfresser. Da Fledermäuse die einzigen Tiere sind, welche die in der Nacht fliegenden Insekten erbeuten, kommt ihnen eine große ökologische Bedeutung als Schädlingsvertilger zu. Besonders Mücken, Schnaken, Fliegen und Nachtschmetterlinge stehen auf dem Speisezettel.

 

Die Tiere stoßen während des Fluges fortwährend laute Schreie im Ultraschallbereich aus, teilweise bis zu 100 in einer Sekunde. An den zurückgeworfenen Echos der Schreie erkennen die Fledermäuse jedes noch so kleine Beutetier und jedes Hindernis in der Flugbahn. Die Fledermäuse „sehen“ also mit den Ohren. Neben dem hervorragenden Gehör verfügen die Fledermäuse noch über einen guten Geruchssinn. Auch der Tast-, Geschmacks- und Gesichtssinn ist bei den Tieren vorhanden.

 

Fledermäuse gehören zu den Säugetieren, die einen Winterschlaf halten. So überdauern sie die insektenarme Zeit des Jahres. Die Temperatur der Winterquartiere liegt zwischen 2°C und 12°C. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, da Fledermäuse sonst durch Austrocknung gefährdet sind.

Mitte März bis Anfang April erwachen die Fledermäuse langsam aus ihrer Lethargie.

Was können wir dazu beitragen, Fledermäuse zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten?

- Verzicht auf Insektizide im Garten

- Pflanzenmischung für einen „Fledermausgarten“

- Erhalt sowie Schutz aller Fledermausquartiere

- Störungen vermeiden

- Giftfreier Dachumbau

- Anbringen von Fledermauskästen (nähere Informationen dazu im unten angeführten Link)

 

Verletzte oder geschwächte Fledermaus gefunden – Was tun?

- Bitte fassen Sie das Tier nur mit geeigneten Handschuhen an. Fledermäuse sind Wildtiere und verteidigen sich ggf. mit ihren Zähnen. Fledermäuse können Träger des Tollwutvirus sein.

- Schauen Sie nach, ob das Tier beringt ist und setzen Sie sich mit der im Link unten angegebenen Beringungszentrale in Verbindung

- Wichtig ist es, geschwächten Tieren Wasser anzubieten (über einen Löffelstiel oder eine Pipette). Dabei darf kein Wasser in die Nasenlöcher gelangen

- Als Ersatz für die gewohnte Nahrung können Mehlwürmer angeboten werden (falls der Ersatz nicht angenommen wird, können die Mehlwürmer zerquetscht und nur das Innere angeboten werden)

- Wenn sich ein geschwächtes Tier erholt, kann es eventuell zum Abend hin selbstständig wieder in die Nacht starten (bitte das Tier nicht hochwerfen, sondern warten bis es selbst wegfliegt)

- Sind Verletzungen zu erkennen, wenden Sie sich bitte an den nächstgelegenen Tierarzt oder an unten aufgeführte Ansprechpartner

 

Weiterführender Link: www.nabu-mv.de

BAG (Bundearbeitsgruppe) Fledermausschutz http://www.fledermausschutz.de

 

Ansprechpartner M-V:

Uwe Hermanns, Bremer Str. 17, 18057 Rostock

Tel: 0381 / 2 00 72 79, mobil: 0174 / 1 83 08 81

E-Mail: uwe.hermanns@gmx.de

 

Stellvertreterin:

Antje Seebens, Doberaner Str. 7, 18057 Rostock

Tel: 0381 / 4 90 31 62, mobil: 01577 / 4 17 53 79

seebens@NABU-Mittleres-Mecklenburg.de

 

Auch bei uns im Tierheim wurde eine Fledermaus dieses Jahr (2013) erfolgreich großgezogen und wieder ausgewildert. Bei Bedarf können Sie sich also auch an uns wenden.